ADFC-Wahlprüfsteine: Unsere Antworten

Allgemein, Dietzenbach, GRÜNE Dietzenbach, Mobilität, Radfahren & Fahrrad, Verkehr

Der ADFC Dietzenbach hat für die anstehende Kommunalwahl Wahlprüfsteine erarbeitet und allen demokratischen Parteien, die in Dietzenbach zur Wahl antreten, zukommen lassen.

Unsere Antworten und Begründungen (unten die Original-ADFC-Wahlprüfsteine im Detail):

1) Das Fahrrad als Problemlöser

Position: Zustimmung

Das Fahrrad ist für eine Stadt mit kurzen Wegen wie Dietzenbach ein zentrales Verkehrsmittel der Zukunft. Es reduziert Lärm, verbessert die Luftqualität, spart Flächen und entlastet den Haushalt. Wir wollen das Fahrrad dem Autoverkehr mindestens gleichstellen und die Infrastruktur so ausbauen, dass Radfahren selbstverständlich und sicher wird.
Gerade weil der Rad- und Fußverkehr jahrzehntelang strukturell benachteiligt wurde, braucht es weiterhin eine klare Priorisierung. Dies ist für uns Teil einer nachhaltigen und sozialen Verkehrswende.

2) Nahmobilitätskonzept

Position: Zustimmung

Das Nahmobilitätskonzept wurde unter breiter Beteiligung erarbeitet und 2024 beschlossen. Es bildet die strategische Grundlage für die Weiterentwicklung des Fuß- und Radverkehrs. Die beschlossene Hauptradachse (V1.1–V1.8) sowie konkrete Abschnitte südlich der B459 sind prioritär umzusetzen.
Wir wollen die Förderung des Fahrradverkehrs und den Ausbau der Fahrradwege und Fahrradstraßen in allen Bereichen der Kreisstadt weiter vorantreiben.
Wichtig ist uns dabei ein realistischer, priorisierter Maßnahmenplan, der mit Haushaltsmitteln hinterlegt ist.

3) Vision Zero

Position: Zustimmung

Die Unversehrtheit von Menschen hat Vorrang vor Verkehrsfluss oder Parkrauminteressen.
Bereits umgesetzte Maßnahmen wie geschützte Radfahrstreifen an der L3001 (Abschnitt Mitte, 2022) oder Schutzstreifen im Norden zeigen, dass Umverteilung von Straßenraum möglich ist.
Wir unterstützen eine präventive Sicherheitsstrategie: Gefahrenstellen sollen beseitigt werden, bevor schwere Unfälle passieren. Gleichzeitig müssen Maßnahmen gut geplant und nachvollziehbar kommuniziert werden, um Akzeptanz zu sichern.

4) Darmstädter Straße als Fahrradstraße

Position: Zustimmung

Die Darmstädter Straße ist eine wichtige Parallelroute zur stark belasteten Lindenstraße. Eine Umwidmung zur Fahrradstraße mit „KFZ frei“ kann die Sicherheit und Attraktivität deutlich erhöhen.
Wir setzen uns grundsätzlich für Fahrradstraßen und geschützte Routen ein, insbesondere dort, wo sie Teil eines zusammenhängenden Netzes sind.
Voraussetzung ist eine verkehrsrechtlich saubere Prüfung und eine Einbindung der Anwohner.

5) Freie Fußwege

Position: Zustimmung

Fußverkehr darf nicht dem ruhenden Verkehr untergeordnet werden. Barrierefreiheit, Sicherheit für Kinder und die Nutzbarkeit mit Rollatoren oder Kinderwagen haben Priorität. Die systematische Freihaltung von Gehwegen ist aus unserer Sicht eine Frage von Ordnung, Sicherheit und Respekt gegenüber den schwächsten Verkehrsteilnehmer:innen.
Dass dies zu Lasten einzelner Parkplätze gehen kann, ist in dicht bebauten Bereichen nicht vermeidbar.

6) Mobilität von Kindern

Position: Zustimmung

Sichere Schulwege, Schulstraßen und die Unterstützung von Initiativen wie Bicibus sind wichtige Bausteine für selbstständige Mobilität.
Wir wollen sichere Radwege auf den Achsen von und zu Schulen schaffen und die Verkehrssituation im Umfeld von Schulen neu ordnen.
Die Reduzierung von „Elterntaxis“ ist dabei ein erklärtes Ziel – aus Sicherheits- und Klimaschutzgründen.

7) Fuß- und Radweg zum Schwimmbad

Position: Zustimmung

Der Weg vom Hexenberg zum Waldschwimmbad ist eine zentrale Verbindung zu Sport- und Freizeiteinrichtungen. Eine Ertüchtigung zu einem sicheren gemeinsamen Fuß- und Radweg ist sinnvoll und im Rahmen der Planungen an der L3001 (Abschnitt Süd 3) bereits in Bearbeitung.
Wir wollen Freizeit- und Sporteinrichtungen klimafreundlich erreichbar machen.
Die Abstimmung mit Hessen Mobil und den Fachbehörden muss zügig vorangetrieben werden.

8) Finanzielle Mittel

Position: Zustimmung mit Haushaltsvorbehalt

Angesichts des erheblichen Nachholbedarfs im Radverkehr ist eine deutliche Steigerung der Investitionen erforderlich.
Wir unterstützen das Ziel, Radverkehrsinvestitionen klar zu definieren und transparent auszuweisen. Mittel müssen zweckgebunden und nachvollziehbar eingesetzt werden.
Gleichzeitig stehen wir als Kommune unter erheblichen finanziellen Zwängen. Deshalb setzen wir zusätzlich auf Förderprogramme von Land, Bund und EU, um Investitionen in Radinfrastruktur abzusichern.

Zusammenfassend: Wir verstehen Rad- und Fußverkehr nicht als Nischenthema, sondern als Kernbestandteil einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung. Mit dem Nahmobilitätskonzept, den bereits umgesetzten Maßnahmen an der L3001 und unserem klaren programmatischen Anspruch, das Fahrrad dem Autoverkehr mindestens gleichzustellen, ist die Richtung eindeutig: Dietzenbach soll Schritt für Schritt fahrradfreundlicher, sicherer und lebenswerter werden.

 

Hier noch die Original-ADFC-Wahlprüfsteine im Detail:

Wahlprüfsteine des ADFC Dietzenbach für die Kommunalwahl 2026

1.) Das Fahrrad als Problemlöser

Das Fahrrad ist dafür geeignet, kurzfristig und kostengünstig einen Beitrag zur Lösung der Verkehrsprobleme, zur Verbesserung der Luftqualität und zur Lärmreduzierung zu leisten. Der Rad- und auch Fußverkehr in Dietzenbach soll daher weiterhin in besonderem Maße gefördert werden, weil dieses Verkehrsmittel in der Vergangenheit lange vernachlässigt wurde.

Position (Zustimmung/Enthaltung/Ablehnung):

Begründung:

2.) Nahmobilitätskonzept

Das dank einer breiten Öffentlichkeitsbeteiligung erstellte und im Mai 2024 verabschiedete Nahmobilitätskonzept sieht viele Maßnahmen zur Förderung des Rad- und Fußverkehrs vor. Diese sollen in den nächsten Jahren zügig umgesetzt werden.

Position (Zustimmung/Enthaltung/Ablehnung):

Begründung:

3.) Null Verkehrstote/Schwerverletzte

Die „Vision Zero“ steht dafür, dass es keine Toten und Schwerverletzte im Straßenverkehr geben soll. Auch in Dietzenbach soll die Verkehrssicherheit an höchster Stelle stehen. Die Unversehrtheit von Menschen ist wichtiger als der Verkehrsfluss, die Angst vor Stau oder Autoparkplätze. Die „Vision Zero“ soll verpflichtende Grundlage des Verwaltungshandelns werden, auch wenn dadurch die Flüssigkeit des Verkehrs reduziert wird. Die Stadtverwaltung soll dabei bereits konkrete Maßnahmen ergreifen, bevor es zu Unfällen kommt und nicht erst danach.

Position (Zustimmung/Enthaltung/Ablehnung):

Begründung:

4.) Darmstädter Straße als Fahrradstraße

Die Darmstädter Straße bietet eine gute Variante für Radfahrende, welche die Lindenstraße („Klagemauer“) wegen des KFZ-Verkehrs meiden. Sie soll zur Fahrradstraße mit KFZ frei umgewidmet werden.

Position (Zustimmung/Enthaltung/Ablehnung):

Begründung:

5) Freie Fußwege

Die Fußwege in Dietzebach sollen systematisch von geparkten Autos befreit werden, sodass sie wieder uneingeschränkt vom Fußverkehr und auch von radfahrenden Kindern genutzt werden können. Das beinhaltet auch die Nutzung mit Rollatoren, Kinderwagen und Rollstühlen und bedeutet in der Konsequenz, dass KFZ-Parkplätze entfallen.

Position (Zustimmung/Enthaltung/Ablehnung):

Begründung:

6) Mobilität von Kindern

Die eigenständige Mobilität von Kindern soll gefördert werden. Dazu sollen sichere Schulstraßen eingerichtet und das Projekt Bicibus (Kinderfahrradbus) unterstützt werden. Außerdem sollen systematisch auf den Wegen von und zu Schulen sichere Radwege eingerichtet werden, auch wenn ggf. Autoparkplätze dadurch entfallen. Mit diesen Maßnahmen kann auch die Problematik „Eltern-Taxis“ entschärft werden.

Position (Zustimmung/Enthaltung/Ablehnung):

Begründung:

7) Ertüchtigung und Wandlung des Fußweges zum Schwimmbad in einen gemeinsamen Fuß/Radweg

Der Gehweg von Hexenberg zum Waldschwimmbad soll rege genutzt werden, besonders von Schülern und Jugendlichen.

Schließlich befinden sich dort wichtige Sport- und Freizeitstätten. Dieser Weg soll schnellstmöglich für gefahrlosen Fuß- und Radverkehr ertüchtigt werden.

Position (Zustimmung/Enthaltung/Ablehnung):

Begründung:

8) Finanzielle Mittel

Der ADFC-Bundesverband fordert, mindestens 30 Euro pro Einwohner und Jahr für die Förderung des Radverkehrs auszugeben. Angesichts des großen Nachholbedarfs in Dietzenbach ist dies das Mindeste, was die Politik beschließen soll. Natürlich dürfen nur Ausgaben berücksichtigt werden, die dem Radverkehr unmittelbar zugutekommen. Die ohnehin anstehende Erneuerung alter Ampelanlagen gehört beispielsweise nicht dazu.

Position (Zustimmung/Enthaltung/Ablehnung):

Begründung:

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