Pressemitteilung – Verkehrsberuhigung

Das Verkehrsgutachten zur Anbindung des Wohngebiets an die B459 wurde im November 2019 dem Bauausschuss der Stadtverordnetenversammlung vorgestellt und diskutiert. Das Gutachten, das wesentlich auf Bestreben von Herrn Dr. Wutzke und Herrn Staudacher beauftragt und durchgeführt
wurde und den städtischen Haushalt 40 Tsd. Euro gekostet hat, hat für alle vier untersuchten Varianten zum Durchstich der Vogelhecke ergeben, dass es zu wesentlichen Verlagerungen der Verkehrsströme weg von der Offenbacher Straße durch das Wohngebiet kommen werde (s. Seiten
16-22 des Gutachtens im Anhang). Einer Entlastung der Straße „Am Stadtpark“ von je nach Variante rund 35 Prozent steht eine deutliche zusätzliche Belastung der übrigen Straßen, insbesondere des
Gustav-Heinemann-Rings, mit einer erwarteten annähernden Verdreifachung des Verkehrsaufkommens (+287 %; S. 16) gegenüber.

Die Anbindung der B459 hätte an der Kreuzung B459/Frankfurter Straße/Waldorfschule erfolgen müssen. Diese Kreuzung ist bereits heute stark belastet und hätte zu einer weiteren Verschlechterung des Verkehrsflusses geführt. Die Zustimmung von Hessenmobil, die für die
Beeinflussung von Bundesstraßen notwendig ist, wäre nicht zu erwarten gewesen (Seiten 30f. des Gutachtens).

Das vorgebrachte Argument, die Variante sei aus Kostengründen nicht weiterverfolgt worden, ist somit nicht richtig. Den Mehrkosten hätte eine deutliche Verschlechterung der Verkehrssituation im Wohngebiet gegenübergestanden. Die Eingriffe in die Umwelt und die Verkehrssicherheit für die vielen Kinder und Jugendlichen, die u.a. zur Montessori- und Waldorfschule mit dem Fahrrad oder zu Fuß gelangen, ist ebenfalls nicht berücksichtigt. Aus der Anwohnerschaft gibt es zudem zahlreiche und sehr substantiierte Widerstände gegen einen Durchstoß der Vogelhecke, siehe hierzu unter anderem das verlinkte Protokoll der Sitzung. Aufgrund der eindeutigen Sachlage gab es von keiner
Fraktion den Antrag, das Projekt „Durchstich“ weiterzuverfolgen.
Die Fraktion von Bündnis 90/DIE GRÜNEN begrüßt hingegen seit langem wirksame verkehrsberuhigende bauliche Maßnahmen wie die Umwandlung von stark belasteten Erschließungsstraßen in eine Fahrradstraße (siehe u.a. hier zum Konzept in Dreieich):
https://www.dreieich.de/medien/bindata/_DOCs_Leben-in-Dreieich/mobilitaet___verkehr/radverkehr/fahrradstrasse/Folder_Fahrradstrasse_Dreieich_2016.pdf


Unsere entsprechenden Initiativen zur Verkehrsberuhigung durch wirksame bauliche Maßnahmen, die den Verkehrsfluss nachhaltig verlangsamen und Anreize zur Lenkung in die Hauptverkehrsstraßen setzen, wurden jedoch mehrfach von einer Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung, insbesondere der Fraktionen von CDU und FDP, abgelehnt (s. hierzu im Anhang unsere Anträge u. a. für den ebenfalls stark belasteten Theodor-Heuss-Ring und unser Konzept zur Verkehrsberuhigung in der Altstadt).

Links zu den Dokumenten:
Siehe auch Anhang: Abschlussbericht zur Verkehrsuntersuchung für das Wohngebiet westlich der Offenbacher Straße

Protokoll der Sitzung, siehe hierzu insbesondere die Bürgerfragestunde auf Seiten 1 und 2

Protokoll der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung vom 30.10.2020, siehe hierzu insbesondere
S. 26f und S. 28f

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren

Verwandte Artikel