Omid Nouripour hat sich den Fragen gestellt!

Omid Nouripour, der Sprecher für die Sicherheitspolitik der GRÜNEN Bundestagsfraktion aus Frankfurt, war am Donnerstag, 14.02.2013 der Einladung der Dietzenbacher GRÜNEN ind die Gaststätte „Harmonie“ gefolgt.

Etwa 30 Zuhörerinnen und Zuhörer interessierten sich für das sehr komplexe Thema der Konflikte, nicht nur in Mali, sondern auch in Afghanistan und Syrien/Türkei.

Der Vortrag über den Konflikt in Mali nahm als einer der aktuellsten so viel Raum ein, da Omid Nouripour die Interessierten nicht nur ausführlich über die Hintergründe des Konflikts, sondern auch über die überaus komplizierte Struktur des Landes informierte.

Omid Nouripour begann seinen Vortrag mit den Worten: „Ich war im Januar in Mali, da ich mich vor Ort selbst informieren wollte!“ Damit begann ein etwa 30-minütiger Vortrag über ein Land, dessen nördlicher Teil so groß ist, wie die Flächen von Spanien und Frankreich zusammen und in dem ca 1,5 Mio Einwohner leben. In ganz Mali leben etwa 14 Mio Einwohner. Das soziale Gefüge wurde seit jeher von den Stämmen geregelt. Wobei die Tuareg wohl die bekanntesten sind. Bis zu Beginn des Konfliktes gab es eine Armee mit 7.500 Mitgliedern, die schon lange von Bundeswehrangehörigen ausgebildet wurden. Das hat sich geändert: heute sind es vielleicht noch 2.000 Soldaten. Durch den Zusammenbruch des Gadaffi-Systems in Lybien kamen dann nicht nur gut ausgebildete Söldner ins Land, sondern auch deren Waffen, so dass sich die französische Armee bei ihrem Einschreiten einer gut ausgerüsteten und sehr wendigen „Armee“ stellen musste.

Dennoch haben die Franzosen durch die Eroberung der großen Städte im Norden die Dschihadisten auf ihrem Weg nach Süden gestoppt. Allerdings ist dieser „Frieden“ wacklig und die Staatengemeinschaft, vor allem die Westafrikanische Union, Frankreich und auch Deutschland, sind jetzt gefordert, erklärt Nouripour. Ein wichtiger Part kommt der EU zu: Sie muss die gesperrten finanziellen Mittel freigeben um dadurch wieder für mehr Stabilität zu sorgen.

Nouripour: „Klar ist: militärisch ist der Konflikt nicht zu lösen.“ Er sieht nur eine Chance, den Konflikt einzudämmen: „Die westafrikanischen Nachbarstaaten sowie die EU inkl. Deutschland müssen gemeinsam den Wiederaufbau im Land anschieben und begleiten, für Bildung sorgen, die Ausbildung der malischen Armee vorantreiben, sonst schwelt der Konflikt weiter und die Bevölkerung kommt nicht zur Ruhe.“

Es folgte eine lebhafte Diskussion über das Für und Wider und die Art und Weise des deutschen Engagements.

Syrien

Nach einer kurzen Stellungnahme zur Lage in Afghanistan kam Nouripour auf den Bürgerkrieg in Syrien zu sprechen. Auch hier konnte er von eigenem Anschauen berichten. Es ist ein düsteres Bild, das er zeichnete. Er berichtete über den an sich „lächerlichen“ Anlass der Volkserhebung und wie sich die Unruhen ausbreiteten. Dass inzwischen wahrscheinlich über 70.00 Menschen ihr Leben lassen mussten, darunter sehr viele Kinder. Und das Schlachten geht weiter. Für den Vortragenden ist dies derzeit der schrecklichste Konfliktherd überhaupt, da so viele Mächte ihr Süppchen dort kochen.

„Dies ist ein Stellvertreterkrieg“ so Nouripour, „in dem viele auswärtige ,Mitspieler‘ für ihre jeweiligen Interessen dort alle Mittel einsetzen“. Inzwischen sind die Fronten so verhärtet, dass kaum noch eine Chance besteht zu irgendwelchen Verhandlungen. „Auch die Verhandlungs-Initiative Kofi Annans musste scheitern, da der UNO-Sicherheitsrat völlig gelähmt ist.“

Bei der ganzen Hoffnungslosigkeit in diesem Konflikt gibt es nur einen gebetsmühlenartig geäußerten Wunsch: „Hoffentlich kommt das Giftgas nicht zum Einsatz.“ Und hoffentlich fällt es nicht einer Gruppe der Aufständischen in die Hände, denn dann wäre es jeder Kontrolle entzogen.

Ein Bild der Hoffnungslosigkeit.

Der Diskussionsabend endete in großer Nachdenklichkeit.

 

Weiterführende Links zu  Omid’s Ausführungen:

 

 

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